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Archiv 2010

Hier finden Sie alle Meldungen von 2010 zum Thema Patientenverfügungen, menschenwürdige Pflege, Hospizarbeit, Palliativmedizin, Sterbehilfe und Suizidbegleitung.


10.12.10: Forum für Palliativmedizin: Palliativmediziner gegen Sterbehilfe und assistierten Suizid

Experten aus Praxis und Wissenschaft haben das vierte Forum für Palliativmedizin in Berlin zum Anlass genommen, sich erneut für eine qualitativ hochwertige, flächendeckende Versorgung am Lebensende und gegen Sterbehilfe und assistierten Suizid auszusprechen.

Der palliativmedizinische Ansatz ist an Lebensqualität, Lebenssinn und Lebenswert orientiert und soll den Schwerstkranken die Möglichkeit geben, selbstbestimmt und in Würde vom Leben Abschied zu nehmen. Die Frage des würdigen Sterbens als medizinische Herausforderung anzunehmen sei ein Grundanliegen der modernen Palliativmedizin. Die Palliativmediziner lehnen Sterbehilfe und assistierten Suizid grundsätzlich ab.

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06.12.10: Internationaler Tag des Ehrenamtes: Mitmenschlichkeit und Solidarität für schwerstkranke und sterbende Menschen

Auf die unverzichtbare Arbeit von Ehrenamtlichen hat der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband e.V. (DHPV) zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember 2010 hingewiesen.

„Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist ein tragendes Element der Hospizarbeit und auch zukünftig unverzichtbar. Ehrenamtliche schaffen ein Klima der Mitmenschlichkeit in unserer Gesellschaft, auf das schwerstkranke und sterbende Menschen so dringend angewiesen sind. Und sie vermitteln den Betroffenen und ihren Angehörigen, dass sie in unserer Gesellschaft nicht alleine gelassen werden“, erklärte die DHPV-Vorstandsvorsitzende, Dr. Birgit Weihrauch, in einer Presseaussendung.

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05.11.10: Aktion gegen Pflegemisere: Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin

Mit einer Pressekonferenz hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) am 1. November 2010 in Berlin seine Aktion „Die Gelbe Karte an die Bundeskanzlerin“ gestartet. Auslöser ist die „desolate Situation in vielen Bereichen der Pflege, gekennzeichnet durch Versorgungsdefizite und immensen Arbeitsdruck für immer weniger qualifizierte Mitarbeiter“.

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10.10.10: Neugründung: Deutsche Hospiz- und Palliativ Stiftung nimmt Arbeit auf

Vor kurzem hat die „Deutsche Hospiz- und Palliativ Stiftung“ ihre Arbeit aufgenommen. Dies teilte der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) am 8. Oktober 2010 mit.

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09.10.10: Klares Votum: Europarats-Ausschuss gegen Beschränkung der ärztlichen Gewissensfreiheit in ethischen Konfliktsituationen

Der umstrittene Europarats-Vorstoß zur Einschränkung der ärztlichen Gewissensfreiheit in ethisch umstrittenen Situationen ist vorläufig vom Tisch. Mit knapper Mehrheit wurde am 7. Oktober 2010 von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates ein diesbezüglicher Bericht der britischen Sozialistin Christine McCafferty abgelehnt. Stattdessen wurde mit einer Mehrheit von 56 zu 51 Stimmen und 4 Enthaltungen eine gegenteilige Resolution verabschiedet. Von den 18 deutschen Mitgliedern der Parlamentarischen Versammlung nahmen laut Liste auf der Webseite des Europarates lediglich zwei an der Abstimmung teil.

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02.10.10: Wenig aussagekräftig: Auszeichnung zur Lebensqualität als Qualitätskriterium für Pflegeheime

Anlässlich des „Internationalen Tags der älteren Menschen“ am 1. Oktober hat die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesverbraucherministerin, Julia Klöckner (CDU), angemahnt, die „Lebensqualität von Seniorinnen und Senioren sowie ihre Integration in die Gesellschaft zu verbessern.“ Um dieses Anliegen zu unterstützen, fördert das Bundesverbraucherministerium (BMELV) mit rund 1,5 Millionen Euro das Projekt www.heimverzeichnis.de.

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01.10.10: Anstehende richtungsweisende EU-Entscheidung: Europarats-Ausschuss plant Beschränkung der ärztlichen Gewissensfreiheit

Im Plenum der Parlamentarischen Versammlung des Europarates steht am 7. Oktober 2010 in Straßburg eine biopolitisch richtungsweisende Entscheidung an. Konkret geht es um den sogenannten McCafferty-Bericht vom 10. Juli 2010, der bereits im Gesundheitsausschuss behandelt wurde. Der Bericht sieht für die 47 Mitgliedstaaten vor, dass künftig die ärztliche Gewissensfreiheit in ethisch umstrittenen Situationen beschränkt werden soll, etwa bei Abtreibungen, Sterbehilfe und Suizidbeihilfe.

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10.09.10: Großer Fortschritt: Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland verabschiedet

Rund 50 gesellschaftlich und gesundheitspolitisch relevante Institutionen haben am 8. September 2010 am Runden Tisch in Berlin die „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“ verabschiedet. Vorangegangen war dem ein zweijähriger Arbeitsprozess, den die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK) im September 2008 in Gang gesetzt hatten.

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08.09.10: Palliativmediziner-Studie zu Entscheidungen am Lebensende: Ärzte nehmen häufig Lebenszeitverkürzung in Kauf

Palliativmediziner führen bei mehr als drei Vierteln ihrer Patienten in der letzten Lebensphase Maßnahmen der Symptomlinderung mit einer möglichen Lebensverkürzung durch. Das hat eine Studie von Medizinethikern der Ruhr-Universität Bochum (RUB) ergeben.

In Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin haben die Forscher unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Jochen Vollmann erstmals ärztliche Mitglieder der Fachgesellschaft zu ihren Therapieentscheidungen befragt und konnten 780 Todesfälle auswerten.

Mehr im Themenspecial zur Palliativmediziner-Studie zu Entscheidungen am Lebensende


02.09.10: Ein Jahr Patientenverfügungsgesetz: Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung drängt auf Nachbesserungen

Am 1. September 2009 trat das Patientenverfügungsgesetz in Kraft, mit dem die Voraussetzungen von Patientenverfügungen und ihre Bindungswirkung eindeutig im Gesetz bestimmt werden. Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung hat hierzu eine erste Bilanz gezogen und Nachbesserungen an den Regelungen gefordert.

Mehr im Themenspecial zu einem Jahr Patientenverfügungsgesetz


25.08.10: Urteilsbegründung vorgelegt: Schweizer Bundesgericht übt vernichtende Kritik an Suizidbeihilfe-Vereinbarung zwischen Oberstaatsanwaltschaft Zürich und Sterbehilfeorganisation Exit

Das Schweizer Bundesgericht in Lausanne hat Mitte Juni 2010 eine bundesweit einzigartige Vereinbarung der Staatsanwaltschaft Zürich mit der Sterbehilfeorganisation Exit für nichtig erklärt (siehe Themenspecial vom 19.06.10 unten). Nun hat das Gericht am 23. August 2010 die von den Beschwerdeführern lang erwartete schriftliche Urteilsbegründung vorgelegt.

Mehr um Themenspecial zur Urteilsbegründung des Schweizer Bundesgerichts zur Suizidbeihilfe-Vereinbarung zwischen Oberstaatsanwaltschaft Zürich und Sterbehilfeorganisation Exit


21.08.10: Nach BGH-Urteil: Bundesärztekammer will Berufsrecht zur Sterbehilfe liberalisieren

Die Bundesärztekammer plant das Berufsrecht beim Thema Sterbehilfe zu liberalisieren. Dies berichtete die Rheinische Post online am 18. August 2010. Demnach erklärte der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe gegenüber der Zeitung, er könne sich eine Formulierung vorstellen, „die zum Ausdruck bringt, dass es nicht zur Aufgabe des Arztes gehört, Menschen beim Suizid zu helfen. Wenn der Arzt als Mensch dies aber mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dann darf er dies tun“, so Hoppe. Mit einer derartigen Liberalisierung leitet die Bundesärztekammer nun eine fundamentale Wende in der bisherigen Positionierung ein, wonach eine Suizidbegleitung mit dem Berufsrecht nicht zu vereinbaren ist.

Mehr im Themenspecial zum BGH-Urteil: Bundesärztekammer will Berufsrecht zur Sterbehilfe liberalisieren


10.08.10: Schweiz: Wende in Debatte um gesetzliche Regelung der organisierten Suizidhilfe

In der Debatte um eine gesetzliche Regelung der organisierten Suizidhilfe in der Schweiz bannt sich offenbar eine Wende an. Konkret will Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf die im Oktober 2009 dazu vorgelegten Vorschläge des Bundesrates nochmals überdenken und liberaler fassen. „Wir wollen die Suizidhilfe nicht nur für unmittelbar vom Tod bedrohte schwer kranke Personen zulassen, sondern weiter fassen“, sagte Widmer-Schlumpf in einem Interview mit der Schweizer „Sonntagszeitung“ am 8. August 2010.

Mehr im Themenspecial zur Wende in Debatte um gesetzliche Regelung der organisierten Suizidhilfe in der Schweiz


04.08.10: Studie: Ambulante Palliativversorgung noch lückenhaft

Viele Menschen haben den Wunsch, dort zu sterben, wo sie zuhause sind. Die ambulante Hospiz- und Palliativarbeit trägt diesem Bedürfnis Rechnung. Die Palliativversorgung in Deutschland ist jedoch noch nicht flächendeckend in gleich hoher Qualität verfügbar. Gerade in ländlichen Gebieten fehlen entsprechende Angebote. Zudem wissen Betroffene häufig nichts von dieser Möglichkeit der Versorgung in der Endphase des Lebens.

Dies sind die Ergebnisse einer am 29.06.10 vorgestellten Studie zur ambulanten Hospizarbeit. Die Studie wurde von Wissenschaftlern der Universität Augsburg in Kooperation mit dem Deutschen Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und finanzieller Unterstützung der Deutschen Krebshilfe durchgeführt.

Mehr zur Studie zur lückenhaften ambulanten Palliativversorgung


28.07.10: Keine Lebensverlängerung um jeden Preis: Deutscher Hospiz- und PalliativVerband begrüßt ausdrücklich das BGH-Urteil

Für die Hospiz- und Palliativarbeit steht seit jeher die Würde und Selbstbestimmung des schwerstkranken und sterbenden Menschen im Mittelpunkt einer Begleitung. Durch das unlängst erlassene Urteil des Bundesgerichtshofs (siehe Themenspecial vom 27.06.10 unten) sieht der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) dieses Selbstbestimmungsrecht der Patienten nochmals gestärkt. Aufgrund der anhaltenden Diskussionen in der Öffentlichkeit zu diesem Thema, sieht sich der Verband in einer Pressemitteilung vom 28.07.2010 veranlasst, erneut hierzu Stellung zu beziehen.

Mehr zur Klarstellung des Deutschen Hospiz- und PalliativVerband zum Urteil des BGH


22.07.10: Erster wissenschaftlicher Bericht zu umstrittenen Pflegenoten für Altenheime vorgestellt

Derzeit gibt es zu den umstrittenen Pflegenoten für Heime und ambulante Pflegedienste keine kurzfristig realisierbare Alternative. Sie seien für den Verbraucher „eine gute Orientierung“ über die Leistungsqualität von Heimen und Pflegediensten. Dies geht aus einem nun vorliegenden 332-seitigen wissenschaftlichen Bericht hervor, der am 21. Juli 2010 vorgestellt wurde.

Mehr im Themenspecial zum Ersten wissenschaftlicher Bericht zu umstrittenen Pflegenoten für Altenheime


18.07.10: Ärzte-Umfrage zur Sterbehilfe

Ärzte-Umfrage: Nicht Sterbehilfe soll zum Normalfall werden, sondern der Zugang zu moderner Palliativmedizin
Berlin. „Wir Ärzte wollen den Kranken zu ihrem Recht verhelfen. Wir wollen nicht, dass Kranke, entgegen ihrem eigentlichen Willen, unter gesellschaftlichen Druck geraten, Sterbehilfe meinen einfordern zu müssen.
PRESSEMITTEILUNG Bundesärzterkammer 17.07.10

Siehe dazu:

PDF Ärztlich begleiteter Suizid und aktive Sterbehilfe aus Sicht der deutschen Ärzteschaft
Ergebnisse einer Repräsentativbefragung von Krankenhaus- und niedergelassenen Ärzten
Studie im Auftrag der Bundesärztekammer, veröffentlicht 17. Juli 2010 (PDF-Format 8,5 Mb)


27.06.10: Bundesgerichtshof fällt richtungsweisendes Urteil zur Sterbehilfe

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat am 25. Juni 2010 sein abschließendes Urteil zu grundsätzlichen Fragen der Sterbehilfe gefällt. Demnach ist der Abbruch einer lebenserhaltenden Behandlung nicht strafbar, wenn ein entsprechender klarer Patientenwille vorliegt, entschieden die Richter. In diesem Fall könne nicht nur ein Behandlungsabbruch durch bloßes Unterlassen weiterer Ernährung, sondern auch durch „aktives Tun“ wie etwa der Entfernung einer Nahrungssonde gerechtfertigt sein.

Der BGH hob damit die Verurteilung des Medizinrechtlers Wolfgang Putz wegen versuchten Totschlags auf und sprach ihn frei. Das Urteil könnte nun weitreichende Folgen für nichteinwilligungsfähige Schwerkranke, insbesondere Komapatienten haben.

Mehr im Themenspecial zum Bundesgerichtshof-Urteil zur Sterbehilfe


17.06.10 Schweiz: Bundesgericht erklärt Suizidbeihilfe-Vereinbarung der Oberstaatsanwaltschaft Zürich mit Sterbehilfe-Organisation Exit für nichtig

Das Schweizer Bundesgericht in Lausanne hat eine bundesweit einzigartige Vereinbarung der Staatsanwaltschaft Zürich mit der Sterbehilfeorganisation Exit für nichtig erklärt. Unter der Federführung des Leitenden Oberstaatsanwalts des Kantons Zürich, Andreas Brunner, hatten sich im Juli letzten Jahres Exit deutsche Schweiz und die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft auf verbindlichen Regeln für die organisierte Suizidhilfe verständigt. Darin wurden die Voraussetzungen für die Gewährung von Sterbehilfe und der Ablauf der Freitodbegleitung festgelegt.

Mehr im Themenspecial Schweiz: Bundesgericht erklärt Suizidbeihilfe-Vereinbarung der Oberstaatsanwaltschaft Zürich mit Sterbehilfe-Organisation Exit für nichtig


11.06.10: Bundestags-Petitionsausschuss fordert flächendeckende ambulante Palliativversorgung

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages setzt sich für eine bessere spezialisierte ambulante Palliativversorgung sterbenskranker Menschen in Deutschland ein. Der Ausschuss beschloss am 9. Juni 2010 einstimmig, eine entsprechende Petition dem Bundesgesundheitsministerium „zur Erwägung“ zu überweisen und den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben.

Damit soll sichergestellt werden, dass das Anliegen des Petenten überprüft und nach Möglichkeiten der Abhilfe gesucht wird, heißt es in einer Mitteilung des Bundestagsinformationsdienstes „Heute im Bundestag (HIB)“ zu dem Beschluss. Der Petent fordert demnach in seiner Petition, dass das Recht der Versicherten auf eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung umgehend umgesetzt wird. Die öffentliche Petition fand im Internet 2.236 Unterstützer.

Mehr im Themenspecial zu Bundestags-Petitionsausschuss fordert flächendeckende ambulante Palliativversorgung


04.06.10: Anstehendes Urteil: Bundesgerichtshof entscheidet über Sterbehilfe

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat sich am 2. Juni 2010 mit den grundsätzlichen Fragen der Sterbehilfe befasst. In dem Verfahren wird über die Revision des Münchner Rechtsanwalt für Medizinrecht und Lehrbeauftragter für Recht und Ethik der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München Wolfgang Putz (59) verhandelt, der im April 2009 vom Landgericht Fulda wegen aktiver Sterbehilfe zu neun Monaten Haft verurteilt worden war.

Die Strafe wurde damals gegen Zahlung von 20.000 EUR zur Bewährung ausgesetzt. In dem BGH-Verfahren geht es im Kern darum, Fragen der strafrechtlichen Erlaubtheit und Grenzen von passiver Sterbehilfe zu klären und auch zur gesamten Rechtslage nach dem neuen Patientenverfügungsgesetz vom 1. September 2009 Stellung zu nehmen.

Mehr im Themenspecial zum anstehenden Urteil: Bundesgerichtshof entscheidet über Sterbehilfe


28.05.10: Vorbildlich: Hamburger Krankenkassen und Palliativ Care Teams schließen Vertrag zur ambulanten Betreuung Todkranker

In Hamburg haben Krankenkassen und so genannte Palliativ Care Teams (PCTs) einen Vertrag geschlossen, der die qualifizierte Betreuung unheilbar kranke Menschen mit einer begrenzten Lebenserwartung in den eigenen vier Wänden sicherstellt. Bislang stand eine solche ambulante Versorgung durch PCTs aufgrund schwieriger Abrechnungsmodalitäten nicht allen Betroffenen zur Verfügung. Hamburg ist damit das erste Bundesland, in dem ein solcher Abschluss gelungen ist, teilte die Hamburger Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) am 27. Mai 2010 in einer Presseaussendung mit.

Mehr im Themenspecial: Hamburger Krankenkassen und Palliativ Care Teams schließen Vertrag zur ambulanten Betreuung Todkranker


13.05.10: Internationaler Tag der Pflegenden am 12. Mai: Neueste Zahlen offenbaren prekäre Situation bei Pflegenden

Am 12. Mai wird alljährlich der Internationale Tag der Pflegenden begangen, an dem die Arbeit von Pflegekräften gewürdigt wird. Das diesjährige Motto lautete „Unsere Kompetenz – Ihre Gesundheit: Professionelle Pflege – Garant fuer Langzeitpflege“ und widmete sich dem Bereich „chronische Erkrankungen“. Anlässlich des Gedenktages hat das Statistische Bundesamt neueste Zahlen zum Berufsfeld der Pfleger vorgelegt.

Mehr im Themenspecial zum Internationalen Tag der Pflegenden am 12. Mai


08.05.10: Neuer Versuch: Rheinland-Pfalz bringt Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der Werbung für Suizidbeihilfe ein

Rheinland-Pfalz hat einen Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der Werbung für Suizidbeihilfe in den Bundesrat eingebracht, der erstmals am 7. Mai 2010 behandelt wurde. Mit dem Gesetzentwurf sollen solche Werbemaßnahmen erfasst werden, die „grob anstößig“ oder allein auf kommerzielle Gewinnerzielung ausgerichtet sind.

Mehr im Themenspecial zum eingebrachten Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der Werbung für Suizidbeihilfe aus Rheinland-Pfalz


30.04.10: Nach Gesetzesänderung im Betreuungsrecht: Empfehlungen der Bundesärztekammer zum Umgang mit Patientenverfügungen überarbeitet

Um den Ärztinnen und Ärzten in Deutschland eine Orientierung zu geben, wie sie mit Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten umgehen sollten, hat die Bundesärztekammer (BÄK) gemeinsam mit der Zentralen Ethikkommission bei der BÄK die bisherigen Empfehlungen überarbeitet. Dies teilte die Bundesärztekammer in einer Presseaussendung vom 30. April 2010 mit.

Mehr zu den überarbeiteten Empfehlungen der Bundesärztekammer zum Umgang mit Patientenverfügungen


24.04.10: Ende einer Trunkenheitsfahrt: Sterbehelfer Kusch stellt Strafanzeige gegen Innensenator und Polizei wegen Freiheitsberaubung

Der umstrittene Hamburger Ex-Justizsenator und Sterbehelfer Dr. Roger Kusch ist diese Woche erneut in die Schlagzeilen geraten. Diesmal jedoch nicht wegen einer Suizidbegleitung, sondern wegen einem juristischen Rundumschlag in Form einer Strafanzeige wegen Freiheitsberaubung gegen den Hamburger Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU), Polizeipräsident Werner Jantosch und Polizeibeamte.

Mehr zur Strafanzeige von Sterbehelfer Kusch gegen Innensenator und Polizei wegen Freiheitsberaubung nach Trunkenheitsfahrt


23.04.10: Eine Vision wird Wirklichkeit: Bundesweit erstes Kinderpalliativzentrum in Datteln eröffnet

Am 21. April 2010 wurde an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln das bundesweit erste Kinderpalliativzentrum feierlich eröffnet. Damit wurde ein bislang einzigartiges Projekt umgesetzt.

Mehr zur Eröffnung des bundesweit ersten Kinderpalliativzentrum in Datteln


19.04.10: Europäischer Tag der Patientenrechte: Alltägliche Gewalt in der Pflege nicht länger hinnehmen

Am 18. April 2010 ist der alljährliche Europäische Tag der Patientenrechte. Die Patientenschutzorganisation Deutsche Hospiz Stiftung forderte aus diesem Anlaß, die alltägliche Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen nicht länger hinzunehmen. „Wolfgang Zöller, der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, muss deshalb in seinem geplanten Entwurf für ein Patientenrechtegesetz die Belange Schwerstkranker und Sterbender in besonderem Maße berücksichtigen“, erklärte der Geschäftsführer der Stiftung, Eugen Brysch, in einer Presseaussendung vom 16. April 2010.

Mehr zum Europäischen Tag der Patientenrechte: Alltägliche Gewalt in der Pflege nicht länger hinnehmen


10.04.10: Bedenklich: Steigender Mitgliederzuwachs bei Schweizer Sterbehilfe-Organisation Exit

Der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit sind vergangenes Jahr ungewöhnlich viele neue Mitglieder beigetreten. Wie der Verein am 6. April 2010 zur Vorstellung des Jahresberichts mitteilte, stieg die Zahl der Vereinsmitglieder in der Deutschschweiz und Tessin um 2000 auf insgesamt 53.000. Grund für den Zuwachs sei nach Ansicht von Exit „der Angriff des Bundesrates auf das Selbstbestimmungsrecht“, der zu dieser „Jetzt erst recht“-Reaktion beigetragen haben könnte.

Mehr zum Mitgliederzuwachs bei Schweizer Sterbehilfe-Organisation


26.03.10: Mindestlohn in der Pflege beschlossen: Würdige Pflege braucht würdige Arbeitsbedingungen

Nach sechsmonatiger Beratung hat sich die Kommission zur Festlegung eines Mindestlohns in der Pflege einstimmig geeinigt: Ab dem 1. Juli 2010 soll für Pflegehilfskräfte eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro in den alten und 7,50 Euro in den neuen Bundesländern gelten. Dies teilte der Arbeitgeberverband Pflege am 25. März 2010 mit. Ab 2012 sollen die Mindestlöhne dann schrittweise ansteigen. Die Empfehlung muss allerdings noch vom Bundeskabinett bestätigt werden.

Mehr zur Einigung auf einen Mindestlohn in der Pflege


20.03.10: Schmerz- und Palliativkongress: Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie fordert Umsetzung gesetzlicher Ansprüche auf ambulante palliativmedizinische Betreuung

Im Rahmen des 21. Deutschen interdisziplinären Schmerz- und Palliativkongress in Frankfurt/Main hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie flächendeckende Rahmenbedingungen gefordert, endlich die Umsetzung der geltenden gesetzlichen Ansprüche auf eine ambulante palliativmedizinische Betreuung zu ermöglichen.

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10.03.10: Umfrage zu Patientenverfügungen: Frauen entscheiden sich häufiger für Patientenverfügung als Männer

In Deutschland haben mehr Frauen als Männer für den Krankheitsfall eine so genannte Patientenverfügung verfasst. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Gesundheitsmagazins „Apotheken Umschau“ herausgefunden, deren Ergebnisse am 8. März 2010 veröffentlicht wurden.

Mehr zur Umfrage zu Patientenverfügungen


21.02.10: Neue Studie: Zunehmende Befürwortung aktiver Sterbehilfe in Österreich

Die Zustimmung zu aktiver Sterbehilfe bei den Österreichern nimmt stetig zu. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Sozialmedizin und Epidemiologie der Medizinischen Uni Graz, die am 17. Februar 2010 vorgestellt wurde.

Mehr zur Studie zur Sterbehilfe-Befürwortung in Österreich


12.02.10: Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar – 20 Jahre Kinderhospizarbeit in Deutschland

Mit zentralen Veranstaltungen im Deutschen Bundestag in Berlin und in der Bonner Kunsthalle erinnerte der Deutsche Kinderhospizverein e.V. am 10. Februar an den Beginn der Kinderhospizarbeit in Deutschland vor 20 Jahren. Am 10. Februar 1990 hatten sich betroffene Familien im Deutschen Kinderhospizverein e.V. zusammengeschlossen, um das Thema schwerstkranke und sterbende Kinder aus einem Tabubereich herauszuholen. Dieser Termin wird daher seit 2006 jedes Jahr als „Tag der Kinderhospizarbeit“ begangen.

Weiter zum Themenspecial: 20 Jahre Kinderhospizarbeit in Deutschland


05.02.10: Rechtsstreit: Roger Kusch wirbt mit Gesundheitsminister Dr. Philip Rösler auf neuer Sterbehilfevereins-Webseite

Der umstrittene Sterbehelfer Dr. Roger Kusch, ehemalige Hamburger Justizsenator und Vorsitzender des vor kurzem von ihm gegründeten „SterbeHilfeDeutschland e.V.“, sorgt weiter für Wirbel. Diesmal jedoch nicht durch Suizidbegleitungsbekenntnisse (siehe das Themenspecial vom 23.01.10) sondern durch Instrumentalisierung des Gesundheitsministers Dr. Philipp Rösler zu Werbezwecken auf der neuen Vereinswebseite.

Mehr im Themenspecial zum rechtsstreit Gesundheitsminister Dr. Philip Rösler gegen Roger Kusch


29.01.10: NS-Opfer-Gedenktag am 27. Januar: Lebenshilfe und Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten fordern umfassende Opfer-Entschädigung

1939 unterzeichnete Hitler den „Euthanasie-Erlass“, eine extrem verharmlosende Bezeichnung für den Massenmord an behinderten und kranken Menschen. Er hatte die Unterschrift auf den 1. September datiert, um den Vernichtungskrieg nach innen und außen zeitgleich beginnen zu lassen. Zum 27. Januar 2010, dem Gedenktag der Opfer des Nazi-Regimes, forderte die Bundesvereinigung Lebenshilfe, dass endlich auch zwangssterilisierte sowie ermordete kranke und behinderte Menschen von der Politik als Opfer wahrgenommen werden.

Mehr im Themenspecial zum NS-Opfer-Gedenktag am 27. Januar: Lebenshilfe und Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten fordern umfassende Opfer-Entschädigung


23.01.10: Neuer Sterbehilfe-Verein: Roger Kusch bietet wieder Suizidbegleitung an

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Dr. Roger Kusch bietet wieder Suizidbeihilfe an. Medienberichten zufolge haben laut Kusch anonyme Helfer bereits zwei Menschen beim Suizid geholfen. Er selbst habe sich damit nach eigenem Bekunden jedoch nicht strafbar gemacht, da ein im Februar 2009 vom Hamburger Verwaltungsgerichts ausgesprochenes Verbot (siehe Themenspecial vom 21.02.09) nur für ihn gelte. Weitere 20 bis 30 suizidwillige Menschen stünden Kusch zufolge bereits auf seiner Warteliste.

Mehr im Themenspecial zum neuen Sterbehilfe-Verein von Dr. Roger Kusch


21.01.10: Studie zu Mitarbeiterbelastung auf Palliativstationen: Wie viel Tod verträgt das Team?

Dass Palliativmedizin für schwerstkranke Menschen eine immens große Hilfe auf dem letzten Lebensweg ist, ist mittlerweile auch außerhalb von Fachkreisen bekannt. Weniger bekannt war dagegen bislang, wie die Mitarbeiter auf Palliativstationen mit der großen Belastung des dort allgegenwärtigen Todes umgehen. Was sie auffängt und was besonders stresst, haben Forscher aus Bonn und Göttingen in einer bundesweiten Befragung untersucht. Die Ergebnisse wurden kürzlich in „Der Schmerz“ (2009, 23:600-608) veröffentlicht, dem offiziellen Organ der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS).

Mehr zur Studie zur Mitarbeiterbelastung auf Palliativstationen


05.01.10: Österreich: Studie zeigt geringe Akzeptanz der Patientenverfügung

Mehr als drei Jahre nach Inkrafttreten des Patientenverfügungsgesetzes (PatVG) in Österreich haben weniger als vier Prozent der Bevölkerung dieses Instrument in Anspruch genommen. Nur ein Prozent der Bevölkerung hat eine „verbindliche“ Patientenverfügung verfasst, rund 2,5 Prozent nur eine so genannte „beachtliche“ – d.h. eine gesetzlich nicht bindende – Patientenverfügung. Dies ist das Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten empirischen Studie des Wiener Instituts für Ethik und Recht in der Medizin. Sie wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit durchgeführt.

Mehr zur Studie zur Akzeptanz der Patientenverfügung in Österreich


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