Archiv

Archiv 2008

Archiv 2008 mit Meldungen zur Debatte um Sterbehilfe, Suizidbeihilfe, Patientenverfügungen, Palliativmedizin und Hospizarbeit.


20.12.08: Sterbehilfegesetz in Luxemburg: Abgeordnete stimmen erneut mehrheitlich Gesetzentwurf zu

In Luxemburg hat das Parlament erneut mit knapper Mehrheit für ein Gesetz zur Legalisierung der aktiven Sterbehilfe und Suizidhilfe gestimmt. Künftig sollen damit lebensbeendende Maßnahmen von Ärzten unter bestimmten Umständen straffrei sein, ähnlich wie in den Niederlanden und Belgien. Bei der Abstimmung votierten 31 von 60 Abgeordneten für den Gesetzentwurf, 26 Parlamentarier stimmten dagegen, drei enthielten sich.

Mehr im Themenspecial zum Sterbehilfegesetz in Luxemburg: Abgeordnete stimmen erneut mehrheitlich Gesetzentwurf zu


12.12.08: Großbritannien Sterbehilfe-Debatte nach Ausstrahlung von Suiziddokumentation

Die Ausstrahlung einer Dokumentation mit dem Titel „Right to die?“ über einen begleiteten Suizid eines gelähmten Mannes durch die Schweizer Sterbehilfe-Organsiation Dignitas löste in Großbritannien und Deutschland eine heftige Debatte über Sterbehilfe aus.

Mehr im Themenspecial zur Sterbehilfe-Debatte in Großbritannien nach Ausstrahlung von Suiziddokumentation


06.12.08: Sterbehilfegesetz in Luxemburg vor Verabschiedung: Verfassungsänderung gegen Vetorecht des Großherzogs

Im Großherzogtum Luxemburg ist ein Streit über ein neues Sterbehilfegesetz entbrannt. Das Gesetz wurde im Februar dieses Jahres mehrheitlich im Parlament beschlossen. Demnach darf ein Arzt einem Patienten künftig straffrei aktive Sterbehilfe oder Beihilfe zum Selbstmord leisten. Voraussetzung ist, dass der Patient unheilbar krank ist und unerträglich leidet, freiwillig, überlegt und wiederholt schriftlich den Willen zur Lebensbeendigung bekundet. Dies gilt auch für 16- bis 18-Jährige, wobei hier ihre Eltern zustimmen müssen. Nun wurde bekannt, dass Großherzog Henri erstmals von seinem Vetorecht Gebrauch machen und die Unterschrift unter das Sterbehilfe-Gesetz in Luxemburg verweigern will.

Mehr zum Sterbehilfegesetz in Luxemburg vor Verabschiedung: Verfassungsänderung gegen Vetorecht des Großherzogs


04.12.08: Nach mehrfacher Suizidbegleitung: Razzien bei Hamburger Sterbehelfer Kusch

Nach mittlerweile fünf so genannten „Suizidbegleitungen“ durch den ehemaligen Hamburger Justizsenator Dr. Roger Kusch durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft vergangene Woche gleich zweimal seine Wohn- und Büroräume. Dabei beschlagnahmten sie diverse schriftlichen Unterlagen und Computer-Dateien in Zusammenhang mit seinen Aktivitäten. Ermittelt werde Medienberichten zufolge von Seiten der Hamburger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetzes. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass eine von Kusch beim Suizid begleitete 84-jährige Rentnerin aus Hamburg durch eine Überdosis eines verschreibungspflichtigen Malariamittels starb.

Mehr im Themenspecial zu den Razzien bei Hamburger Sterbehelfer Kusch


24.11.08: Meinungsumfrage unter Medizinern: Jeder Dritte für assistierten Suizid – jeder Sechste für aktive Sterbehilfe

Laut einer aktuellen repräsentativen, anonymen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Healthcare im Auftrag des Nachrichtenmagazins Spiegel unter 483 Ärzten würden 35 Prozent der Befragten eine Regelung befürworten, die es Ärzten ermöglicht, Patienten mit fortgeschrittener, schwerer, unheilbarer Krankheit beim Suizid zu helfen. Beihilfe zum freiverantwortlichen Suizid ist in Deutschland straflos, kann aber berufsrechtliche Konsequenzen haben. Ganze 16,4 Prozent der Mediziner sprachen sich zudem für die bislang in Deutschland verbotene aktive Sterbehilfe aus. Diese Ergebnisse wurden am 22. November 2008 bei Spiegel Online veröffentlicht.

Mehr im Themenspecial zur Meinungsumfrage unter Medizinern zu assistirtem Suizid und aktive Sterbehilfe


22.11.08: Dritter Gesetzentwurf zu Patientenverfügungen vorgelegt

Eine Gruppe um die Abgeordneten Wolfgang Zöller (CSU), Dr. Hans Georg Faust (CDU), Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (SPD) und Monika Knoche (Die Linke) hat einen neuen Gesetzentwurf zur Regelung von Patientenverfügungen vorgestellt. Er soll laut den Verfassern ein Mittelweg zu den beiden bestehenden Gesetzentwürfen der Abgeordnetengruppen um Wolfgang Bosbach (CDU) und Joachim Stünker (SPD) bilden.

Mehr im Themenspecial zum dritten Gesetzentwurf zu Patientenverfügungen


07.11.08: Schweizer Studie zeigt: Sterbehilfe zunehmend für nicht-tödlich Kranke

In der Schweiz nehmen immer mehr Menschen, die nicht an einer tödlichen Krankheit leiden, Suizidbeihilfe von Exit in Anspruch. Zudem lassen sich fast doppelt so viele Frauen wie Männer von den Sterbehilfeorganisationen Exit Deutsche Schweiz (Stadtzürcher Fälle) und Dignitas in den Tod begleiten. Zu diesem Schluss kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Studie, die erstmals die Praktiken der beiden Organisationen untersucht und miteinander verglichen hat.

Mehr zur Schweizer Studie: Sterbehilfe zunehmend für nicht-tödlich Kranke


24.10.08: Zweiter Gruppenantrag zur Regelung von Patientenverfügungen vorgestellt

In die Debatte um Patientenverfügungen haben die Abgeordneten Wolfgang Bosbach (CDU/CSU), Katrin Göhring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), René Röspel (SPD) und Otto Fricke (FDP) einen neuen gemeinsamen Gesetzwurf vorgestellt. „Ziel unseres gemeinsamen Gesetzentwurfs ist es, das Selbstbestimmungsrecht und das Patientenwohl auch in Situationen zu stärken, in denen der Patient das Bewusstsein verloren hat und darum keine eigene Entscheidung über die Fortsetzung oder den Abbruch einer medizinischen Behandlung mehr treffen kann. Dazu werden die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht gesetzlich geregelt“, erklärten die Abgeordneten in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 21.10.08.

Mehr im Themenspecial: Zweiter Gruppenantrag zur Regelung von Patientenverfügungen vorgestellt


12.10.08: Welthospiztag 2008: Deutschland bleibt ein Entwicklungsland

Anlässlich des Welthospiztag 2008 am 11. Oktober und des Deutschen Hospiztages am 14. Oktober 2008 zog der Geschäftsführer der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, eine ernüchternde Bilanz. Es bestehe kein Anlass, an diesem Tag vermeintliche Erfolge aufzuzählen. „Vielmehr gilt es, sich der anstehenden Aufgaben bewusst zu werden. Denn auch nach über 25 Jahren Hospizbewegung in Deutschland ist die Bilanz ernüchternd. Nur 6,2 Prozent der Sterbenden erhalten eine ehrenamtliche hospizliche Begleitung, 6,3 Prozent eine professionelle Palliative-Care-Versorgung. Das ist völlig unzureichend, Deutschland bleibt auf diesem Gebiet ein Entwicklungsland“, erklärte Brysch in einer Pressemitteilung vom 10.10.08.

Mehr im Themenspecial zum Welthospiztag 2008


02.10.08: Sterbehelfer Kusch: Erneut Suizidbegleitung einer Seniorin

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat nach eigenen Angaben am 30. September 2008 erneut eine ältere Frau beim Suizid „begleitet“. Dabei sei sie „eigenverantwortlich“ aus dem Leben geschieden. Wie Kusch auf seiner eigens für seine „Dienste“ eingerichteten Webseite ausführte, handelte es sich um die 84-jährige Inge I., die seit 1994 in einem Hamburger Altenwohnheim lebte.

Mehr im Themenspecial zu Sterbehelfer Kusch: Erneut Suizidbegleitung einer Seniorin


27.09.08: Expertenkongress zu Palliativmedizin: Palliativmediziner fordern rasche Umsetzung der Gesundheitsreform

Vom 25. bis 27. September 2008 trafen sich rund 1.500 Experten zum 7. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) in Wiesbaden. „Unter dem Motto ‚Identität im Wandel‘ geht es nach 25 Jahren Aufbauarbeit nun darum, die in der Palliativmedizin tätigen Ärzte, Pfleger, Psychologen, Seelsorger, Sozialarbeiter und Ehrenamtler enger zu vernetzen“, erklärte der Kongresspräsident Professor Dr. Norbert Frickhofen bei einer Pressekonferenz am 25.09.08. Darüber hinaus forderten die Experten, die 2007 gesetzlich verankerte „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) zügig in die Praxis umzusetzen.

Mehr zum Expertenkongress zu Palliativmedizin


11.09.08: Weltsuizidpräventionstag: Deutsche Hospiz Stiftung weist auf steigende Selbsttötungsrate alter Menschen hin

Zum Weltsuizidpräventionstag, der jährlich am 10. September auf Initiative der Internationalen Assoziation für Suizidprävention (IASP) veranstaltet und durch die Welt Gesundheitsorganisation (WHO) unterstützt wird, hat die Deutsche Hospiz Stiftung auf eine steigende Selbsttötungsrate alter Menschen hingewiesen. Insgesamt sei die Suizidrate zwar rückgängig, es dürfe jedoch nicht vergessen werden, dass sich bei alten Menschen ein gegenläufiger Trend zeige.

Mehr zum Weltsuizidpräventionstag 2008 und steigende Selbsttötungsrate alter Menschen


07.09.08: Das Geschäft mit dem Tod – 8000,- Euro für Suizidbegleitung durch Sterbehelfer Kusch

Zwei Monate nach seinem öffentlichen Bekenntnis zu einer Suizidbegleitung hat der ehemalige Hamburger Justizsenator Dr. Roger Kusch auf einer am 01.09.08 neu eröffneten Webseite erstmals Preise für seine „Dienste“ genannt.
Demnach kostet eine Suizidbegeleitung durch Herrn Kusch ab jetzt bis zu 8000,- Euro, je nach finanzieller Lage des „Sterbewilligen“.

Mehr dazu im Themenspecial: Das Geschäft mit dem Tod – 8000,- Euro für Suizidbegleitung durch Sterbehelfer Kusch


03.09.08: Start: Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland

Mit einer Auftaktveranstaltung am 3. September in Berlin gaben die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK) das Startsignal zur Entwicklung einer nationalen „Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen“.

Mehr im Themenspecial zum Start der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland


09.08.08: Fragwürdige Umfrageergebnisse: Deutsche mehrheitlich für aktive Sterbehilfe

Eine klare Mehrheit von 58 Prozent der deutschen Bevölkerung steht der Forderung, unheilbar schwerstkranken Menschen auf deren Wunsch hin aktiv Sterbehilfe zu gewähren, positiv gegenüber. Nur 19 Prozent sind gegen aktive Sterbehilfe. 23 Prozent können sich bei dieser geradezu existentiellen Fragestellung nicht entscheiden. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer zwischen dem 7. und 17. Juli 2008 unter 1.786 Menschen aus ganz Deutschland ab 16 Jahre vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) durchgeführten Umfrage zur Einstellung der Deutschen zu aktiver und passiver Sterbehilfe. Die Ergebnisse wurden am 05.08.08 veröffentlicht.

Mehr zur Sterbehilfe-Umfrage


18.07.08: Zum 75. Jahrestag des NS-Erbgesundheitsgesetz: Humangenetiker-Gesellschaften räumen Verantwortung deutscher Wissenschaftler an NS-Verbrechen ein

Beim Internationalen Kongress für Genetik in Berlin hat die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH) in einer Erklärung erstmals öffentlich die Verantwortung deutscher Wissenschaftler für den Massenmord an behinderten Menschen im Nationalsozialismus eingeräumt. Die Erklärung wird von der Deutschen Gesellschaft für Genetik (GfG) uneingeschränkt unterstützt und wurde beim Kongress am 14. Juli 2008 anlässlich des 75. Jahrestages der Verkündung des am 14. Juli 1933 in Berlin von der nationalsozialistischen Reichsregierung beschlossenen „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ veröffentlicht.

Mehr im Themenspecial zum 75. Jahrestag des NS-Erbgesundheitsgesetz: Humangenetiker-Gesellschaften räumen Verantwortung deutscher Wissenschaftler an NS-Verbrechen ein


07.07.08: Bundesrat beriet über Verbot kommerzieller und organisierter Suizidhilfe

Auf Initiative mehrerer Bundesländer sollte im Bundesrat am 04.07.08 über einen Gesetzentwurf zum Verbot der kommerziellen und organisierten Suizidhilfe beraten werden. Hintergrund der Debatte ist, dass sich auch in Deutschland seit einiger Zeit vermehrt kommerzielle Sterbehilfeorganisationen etablieren wollen, die Suizidwilligen einen vermeintlich leichten Weg in den Tod anbieten, gegen Zahlung meist erheblicher Geldbeträge.

Da jedoch laut Medienberichten keine Einigung über die konkreten Ausformulierungen im Gesetzentwurf bestanden habe, wohl jedoch in der Sache an sich, beschränkte sich die Länderkammer auf eine Entschließung in abgeschwächter Form, d.h. eine unverbindliche Resolution. Darin sprach sich der Bundesrat für die Strafbarkeit gewerblicher Sterbehilfe und zugleich für die Stärkung der Palliativmedizin und der Hospizarbeit aus.

Ergänzt am 07.09.08: Rechtsausschuss im Bundesrat vertagt Entscheidung

Mehr im Themenspecial: Bundesrat berät über Verbot der kommerziellen und organisierten Suizidhilfe.


06.07.08: Bekenntnis zu Suizidbegleitung – Ex-Justizsenator Kusch entfacht neue Sterbehilfe-Debatte

Der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch hat neuerlich eine Debatte über Sterbehilfe entfacht. Wie Kusch bei einer Pressekonferenz am 30.06.08 mitteilte, hatte er am Wochenende eine 79-jährige Frau aus Würzburg auf deren Wunsch beim Suizid begleitet. Die Frau war allerdings weder unheilbar krank, noch litt sie unter permanenten Schmerzen, sondern hatte nach eigener Aussage lediglich Angst vor dem Pflegeheim.

Mehr im Themenspecial: Bekenntnis zu Suizidbegleitung – Ex-Justizsenator Kusch entfacht neue Sterbehilfe-Debatte.


30.06.08: Weiter uneinig: Bundestagsdebatte über Patientenverfügungen (Teil 2)

Am 26.06.08 hat der Deutsche Bundestag in erster Lesung über einen Gesetzentwurf zu Patientenverfügungen debattiert. Hierzu gibt es ein umfangreiches Themenspecial mit allen Dokumenten, Plenarprotokollauszug und Presseschau.

Mehr im Themenspecial zur Bundestagsdebatte am 26.06.08 über Patientenverfügungen (Teil 2)


24.06.08: Bundestagsdebatte über Palliativversorgung

Am 19.06.08 beriet der Deutsche Bundestag über einen Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zum Thema „Leben am Lebensende – Bessere Rahmenbedingungen für Schwerkranke und Sterbende schaffen“ sowie über den Zwischenbericht der ehemaligen Bundestags-Enquete-Kommission Ethik und Recht der modernen Medizin „Verbesserung der Versorgung Schwerstkranker und Sterbender in Deutschland durch Palliativmedizin und Hospizarbeit“. In der gut einstündigen Debatte mit insgesamt acht Rednern aus allen Fraktionen wurde der Antrag kontrovers diskutiert.

Mehr im Themenspecial zur Bundestagsdebatte am 19.06.08 über Palliativversorgung


31.05.08: Deutscher Bundestag berät am 19.06.08 gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen (Teil 1)

Der Deutsche Bundestag wird voraussichtlich am 19.06.08 in erster Lesung über eine rechtliche Regelung von Patientenverfügungen beraten.

(Ergänzt am 06.06.08: Die Debatte wurde verschoben!)

Mehr im Themenspecial zur geplanten Bundestagsdebatte über Patientenverfügungen (Teil 1)


12.05.08: Patientenverfügungsgesetz – Neues Bündnis aus Union und Grünen

Nach der Debatte um eine Änderung des Stammzellgesetzes steht nun die gesetzliche Regelung von Patientenverfügungen an. Offenbar zeichnet sich Medienberichten zufolge hierbei im Bundestag eine neue Allianz zwischen Union und Bündnis 90/ Die Grünen ab. Konkret arbeiten Vertreterinnen und Vertreter beider Fraktionen offenbar an einem gemeinsamen alternativen Gesetzentwurf, der den kirchlichen Positionen in Bezug auf die Verbindlichkeit und Umsetzung von Patientenverfügungen nahe kommt und der vor einer zu schnellen Lebensbeendigung schützen soll.

Mehr dazu im Themenspecial Patientenverfügungsgesetz – Neues Bündnis aus Union und Grünen im Deutschen Bundestag.


15.04.08: Rat der EKD und Bündnis 90/Die Grünen: Spitzengespräch zu Patientenverfügungen u.a.

Vertreter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Mitglieder des Bundesvorstands von Bündnis 90/Die Grünen trafen sich am 14. April 2008 in Berlin zu einem Spitzengespräch. Darin wurden schwerpunktmäßig Fragen der Bioethik diskutiert wurden. Dies teilte die EKD in einer anschließenden Presseerklärung mit. Themen waren konkret u.a. die aktuelle Debatte über Patientenverfügungen.

Mehr zum Spitzengespräch der EKD und Bündnis 90/Die Grünen über Patientenverfügungen


13.04.08: Neuer Gesetzentwurf für ein Verbot von Suizidhilfe-Organisationen im Bundesrat

Bayern und Baden-Württemberg haben einen neuen Versuch gestartet und am 11.04.08 in den Rechtsausschuss des Bundesrates einen weiteren Gesetzentwurf für ein Verbot von Suizidbeihilfe-Organisationen eingebracht. Hintergrund des Vorstoßes sind die aktuellen Ereignisse in Zusammenhang mit Dignitas und dem ehemaligen Hamburger Justizsenator Roger Kusch, der jüngst eine Sterbehilfe-Automaten vorstellte (siehe unten).

Mehr im Themenspecial vom 13.04.08: Gesetzentwurf für ein Verbot von Suizidhilfe-Organisationen im Bundesrat eingebracht.


06.04.08: Hamburger Ex-Justizsenator Roger Kusch stellt Selbsttötungsautomat vor

Mit der Präsentation eines „Selbsttötungs-Automaten“ sorgte der ehemalige Hamburger Justizsenator Dr. Roger Kusch vergangene Woche erneut für Schlagzeilen. Bereits im September letzten Jahres hatte Kusch einen ersten Prototypen in einem Altenheim präsentiert und heftige Kritik geerntet. Nun präsentierte der Gründer des Vereins „Dr. Roger Kusch Sterbehilfe e.V. “ bei einer Pressekonferenz am 28.03.08 eine „verbesserte“ Version seines Gerätes.

Mehr dazu im Themenspecial vom 06.04.08: Hamburger Ex-Justizsenator Roger Kusch stellt Selbsttötungsautomat vor.


28.03.08: Belgien: Abgeordnete fordern Freigabe der Sterbehilfe für Kinder und Demenzkranke

Nach den Niederlanden wird nun auch in Belgien über eine Ausweitung der aktiven Sterbehilfe debattiert. Konkrte geht es um eine Ausweitung auf Kinder und Demenzkranke.

Mehr zur Sterbehilfe für Kinder und Demenzkranke in Belgien


22.03.08: Sterbehilfe-Debatte in Frankreich: Krebspatientin gestorben – politische Debatte geht weiter

Chantal Sébire, die krebskranke Frau, die vor Gericht in Frankreich ein Recht auf Sterbehilfe erstreiten wollte, ist tot. Sie wurde am Abend des 19. März 2008 in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Die 52-jährige ehemalige Lehrerin litt seit acht Jahren unheilbar unter dem sehr seltenen Esthesioneuroblastom. Einem Krebs in der Rinne der Geruchsnerven, der ihr Gesicht entstellt hatte, unerträgliche Schmerzen verursachte und ständig weiter wuchs.

Mehr zum Tod der Krebspatientin und der Sterbehilfe-Debatte in Frankreich


20.03.08: Dignitas Schweiz: Immer umstrittenere Sterbehilfe-Praktiken

Die Sterbehilfepraktiken der Schweizer Organisation Dignitas nehmen immer gröbere Formen an. Wie jetzt bekannt wurde, hat Dignitas Medienberichten zufolge seit Mitte Februar vier Menschen in der Schweiz mittels eines Plastiksacks und einem im Handel frei erhältlichen Gas beim Suizid unterstützt. Damit umgehe die Organisation faktisch die verschärften Regelungen zur Sterbehilfe. Denn hier falle jegliche ärztliche Kontrolle wie bei den zuvor verwendeten verschreibungspflichtigen Medikamenten, weg.

Mehr im Themenspecial zu den umstrittenen Methoden bei Dignitas


15.03.08: Frankreich: Krebskranke Frau entfacht neue Sterbehilfe-Debatte

In Frankreich ist eine neuerliche Debatte über die Zulassung aktiver Sterbehilfe entbrannt. Hintergrund der Debatte ist der Fall einer 52-jährigen unheilbar an einer sehr seltenen Krebsart erkrankten Frau, die vor Gericht eine Ausnahmegenehmigung beantragte, um aktive Sterbehilfe durch Ärzte zu erhalten.

Mehr zur Sterbehilfe-Debatte in Frankreich


08.03.08: Patientenverfügungsdebatte – Erster Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht

Nach längerer Pause kommt in die Debatte über eine gesetzliche Reglung von Patientenverfügungen wieder Bewegung. Am 06.03.08 haben die Abgeordneten Joachim Stünker (SPD), Michael Kauch (FDP), Dr. Luc Jochimsen (Die Linke) und Jerzy Montag (Bündnis 90/Die Grünen) einen gemeinsamen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht.

Mehr dazu im Themenspecial Patientenverfügungsgesetz: Erster Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht.


01.03.08: Neue Studie: Hospizliche und palliative Versorgung in Deutschland noch immer mangelhaft

Die hospizliche und palliative Versorgung in Deutschland ist aus Sicht der Betroffenen noch immer mangelhaft. Das geht aus den Zahlen einer aktuellen Studie hervor, die die Deutsche Hospiz Stiftung am 26. Februar 2008 in Düsseldorf vorgestellt hat.

Mehr zur Studie zur Hospizliche und palliative Versorgung in Deutschland


23.02.08: Luxemburg erlaubt aktive Sterbehilfe

Am 19.02.08 hat das Parlament in Luxemburg mit knapper Mehrheit die Zulassung der aktiven Sterbehilfe beschlossen. Damit ist es das dritte Land der Welt nach Belgien und den Niederlanden, die dies erlauben.

Mehr im Themenspecial zum Sterbehilfegesetz in Luxemburg


10.02.08: Sterben in Würde: Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar

Am Sonntag, dem 10. Februar, ist wieder „Tag der Kinderhospizarbeit“. Der bundesweite Gedenk- und Aktionstag wurde erstmalig auf eine Initiative des Deutschen Kinderhospizvereins hin im Jahre 2006 begangen. Er will seither auf die Situation todkranker Kinder und deren Familien aufmerksam machen.
Anlässlich des „Tag der Kinderhospizarbeit“ forderte die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) einen flächendeckenden Ausbau palliativmedizinischer Einrichtungen speziell für Kinder- und Jugendliche.

Mehr zum Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar 2008


27.01.08: Gedenktag für Opfer des Nationalsozialismus: Menschen mit Behinderungen waren erste Opfer des NS-Regimes

Anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2008, erinnerte der Beauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Belange der Menschen mit Behinderungen, Hubert Hüppe, in einer Pressemitteilung vom 24.01.08 daran, dass zu den ersten Opfern des Nationalsozialismus Menschen mit Behinderungen gehörten.

Mehr zum Gedenktag für Opfer des Nationalsozialismus


11.01.08: Statt aktiver Sterbehilfe: Mediziner fordern mehr Palliativversorgung und Hospize

Einen Ausbau der Palliativversorgung statt aktiver Sterbehilfe haben Ärztevertreter auf dem 32. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Berlin gefordert. „Die Palliativmedizin muss fester Bestandteil der heutigen Medizin werden“, forderte der Palliativmediziner Prof. Dr. Eberhard Klaschik vom Malteser Krankenhaus Bonn/Rhein-Sieg im Hinblick auf die Diskussion der vergangenen Jahre zum Thema aktive Sterbehilfe.

Mehr zur Medizinerforderung nach mehr Palliativversorgung und Hospize statt aktiver Sterbehilfe


Archiv 2006 – 2016

Alle Meldungen der Jahre 2006 – 2016 finden Sie im Archiv.

Nach oben